Tipps

Was Bike-Masochisten (Alpenüberquerer) wissen sollten

Wenn ich im nicht Bike besessenen Bekanntenkreis von unseren Touren schwärme kommt immer wieder Unverständnis auf. Sätze wie "Ich bin doch nicht wahnsinnig und fahre mit dem Rad den Berg hinauf" oder "Da muß man schon ganz schön gestört sein um so etwas zu machen" sind Standard.
Sicher, eine Alpenüberquerung verlangt viel, aber was sie zurückgibt ist einfach unbeschreiblich. Um gut über die Alpen zu kommen sind einige Punkte beachtenswert.

Orientierung
Um beim Alpencross auf dem richtigen Weg zu bleiben, ist das gute alte Kartenmaterial auch heute im Zeitalter von GPS immer noch unverzichtbar. Topographische Karten sollten für die gesamte Route im Maßstab 1:50000 oder besser 1:25000 vorhanden sein. Wer einmal wegen Schnee oder Murenabgang die geplante GPS- oder Roadbookroute verlassen hat, findet am besten mit der guten alten Karte zur ursprünglich geplanten Tour zurück. Die geplante Route sollte vor Tourbeginn in die Karten eingezeichnet werden.

Sicherheit
Ein Sturz kann in den Alpen fatale Folgen haben, deshalb gilt "0 Risiko". Vor langen Abfahrten sollten der Luftdruck, die Ventilstellung sowie die Bremsen überprüft werden. Helm auf, Brille und Handschuhe an und wer es liebt Sattel runter. Eine devensive Fahrweise ist angesagt.

Taktik
Achte auf die Zeichen deines Körpers. Richtiges Tempo, ausreichend Flüssigkeit und Nahrung, taktisch richtige Pausen. Wir sind nicht auf der Flucht. Fahre lange Anstiege möglichst am Stück und in mittlerer Geschwindigkeit. Pausen stören nur den Rhythmus. Wenn es richtig steil wird , schieben.

Ernährung und Pausen
Wenn der Durst kommt, ist es bereits zu spät. Deshalb ca. jede Viertelstunde ein paar Schluck aus der Trinkflasche nehmen. Trinkblasen haben auf einer Alpenüberquerung nichts verloren, da sie den Rucksack schwer machen und so unnötig den Rücken belasten. Ein reichhaltiges Frühstück mit Müsli und Vollkornbrot bringt einen gut durch den Vormittag. Die Mittagspause sollte schon eine Stunde dauern. Für unterwegs sollten immer ein paar Powerriegel greifbar sein. Abends wird der Kohlehydratspeicher wieder aufgefüllt.

Wetter
Vor der Tour ist es angebracht den Wetterbericht zu checken (kein Deutschlandwetter). Beste Infoquelle ist das Internet. Sollten Kaltfronten angesagt sein ist es nicht ratsam die Tour zu beginnen, da mit längeren Regenfällen (in Hochlagen Schneefällen) zu rechnen ist. Wer einmal im Zentrum eines Gewitters oberhalb der Baumgrenze war, der hat zukünftig vor alpinen Wetterkapriolen einen Höllenrespekt. Hier herrscht Lebensgefahr. Wer sein Tagwerk früh beginnt hat gute Chancen einem Wärmegewitter aus dem Weg zu gehen.